Maxim Kino: Filmgespräch „Mundurukuyü – Forest of the Fish Women“
Mubuka Initiative präsentiert den Film
MUNDURUKUYÜ – THE FOREST OF THE FISH WOMEN
Am Ufer des Tapajós im brasilianischen Amazonas erzählt der „Wald der Fischfrauen“ von der Kosmologie der Munduruku, in der Menschen zu Beginn der Welt zu Tieren, Pflanzen und Landschaft wurden. Im Alltag des Dorfes Sawre Muybu sind die Waldgeister nicht nur spirituelle Ahnen, sondern ein lebendiger Teil der Gemeinschaft. Seit rund zweieinhalb Jahrhunderten verteidigen die Munduruku ihr Territorium gegen äußere Eingriffe und die Zerstörung durch Abholzung. Häufig wurden ihre Kämpfe von außen dokumentiert. Nun greifen die Frauen selbst zur Kamera – als Ausdruck von Widerstand und Selbstbestimmung, indem sie ihre Geschichten, ihren Alltag und ihr Wissen aus eigener Perspektive erzählen.
Ein Film über den indigenen Widerstand am Tapajós-Fluss im Amazonas. Selbstgedreht von Frauen der indigenen „Munduruku“, um sich gegen Bauprojekte zu wehren, die ihr Territorium, ihre natürlichen und spirituellen Lebensgrundlagen bedrohen.
Mit diesen Filmprojekten bringen die Frauen des Kollektivs „Daje Kapap Eypi“ ihren Alltag im Widerstand gegen illegale Landnahme und Zerstörung ihres Landes auf die Leinwand. Dabei vereinen sie ihre indigenen, feministischen und aktivistischen Perspektiven, um ihren Kampf im Amazonas einem breiten Publikum näherzubringen.
Die Munduruku haben mit ihrem Aktivismus in den letzten Monaten mehrmals für Aufsehen gesorgt: Sie haben den Protest bis in die Verhandlungsräume der Weltklimakonferenz in Belém getragen und durch ihre Besetzung verhindert, dass am Tapajós-Fluss ein Hafenterminal für Soja gebaut wurde. Mit Film und Diskussion haben wir eine einmalige Gelegenheit, auch von ihren aktivistischen Erfolgen zu lernen.
Daher freuen wir uns besonders über die Teilnahme von drei Aktivist*innen aus der Region:
Rilcélia Akay Munduruku engagiert sich für die Verteidigung indigener Rechte, den Schutz des Territoriums und den Erhalt des Amazonas. Sie ist Teil des audiovisuellen Kollektivs Munduruku „Daje Kapap Eypi“ und nutzt Technologien wie Mobiltelefone und Drohnen, um Bedrohungen zu dokumentieren und anzuprangern.
Luis Painhum Munduruku ist Mitglied der Indigenenvereinigung Pariri. Er engagiert sich für die Stärkung gemeinschaftlicher Initiativen und die Verteidigung indigener Rechte in seinem Territorium.
Marco Antonio Motta ist Fotograf, Aktivist, Indigenist und Mitglied des Forums der Ostamazonas (FAOR). Dort arbeitet er an der Vernetzung von zivilgesellschaftlichen Organisationen zur Verteidigung sozial-ökologischer Rechte in der Amazonasregion.
Die Veranstaltung ist aus (mind.) drei Gründen ein besonderes Ereignis:
1. Es ist ein schöner Film über die Kosmovision und die Widerstandskraft der Munduruku-Völker in der brasilianischen Amazonas-Region.
2. Zum ersten Mal sind Vertreter:innen dieser Völker in München zu Gast und stehen als Gesprächspartner:innen zur Verfügung.
3. Die Fragen von globaler Klimagerechtigkeit und Recht auf Land werden aus Sicht von indigenen Frauen erzählt, die sich zu Filmemacherinnen ermächtigt haben.
Anschließend Diskussion mit Rilcélia Akay Munduruku (Ko-Regisseurin) und Luis Painhum Munduruku (Aktivist und Widerstandskämpfer)
Moderation: Biancka Arruda Miranda (Mubuka Initiative)
Die Diskussion findet in Portugiesisch und Deutsch statt.
Tickets unter https://neokinos.de/film/mundurukuyue-the-forest-of-the-fish-women/vorstellung/3556805619?cinemaId=NDU1MTA2MA .
In Kooperation und freundlicher Unterstützung von:
Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW), Initiative "Berlin aktiv im Klimabündnis", München Global engagiert, Nord Süd Forum München e.V., Gemeinwohl Ökonomie, KoBra e.V. Kooperation Brasilien und FDCL e.V.