HaMuPa und die Städtepartnerschaft München – Harare

Seit April 1996 besteht zwischen München und Harare, der Hauptstadt von Zimbabwe, eine Städtepartnerschaft. Dank des Engagements vieler Einzelner in beiden Städten sind seither zahlreiche Initiativen und Projekte entstanden, die Menschen aus beiden Städten einander näherbringen. Das Nord Süd Forum München arbeitet daran, die Städtepartnerschaft mit Leben zu füllen. Wir wollen keine Einbahnstraße, sondern echte Partnerschaft, in der beide Seiten voneinander lernen, ohne zu bevormunden. Dazu ist ein Netz von Kontakten und Freundschaften zwischen beiden Städten entstanden.

Dieses Netz ist umso wertvoller, als Zimbabwe eine schwierige wirtschaftliche, politische und soziale Entwicklung durchläuft. Gerade in Phasen, in denen formelle Kooperationen mit der Stadt Harare aus politischen Gründen nicht möglich oder nicht opportun sind, sind es die Beziehungen zwischen den bürgerschaftlichen Organisationen, die die Städtepartnerschaft am Leben erhalten. Neben freundschaftlichen Kontakten und Bürgerbegegnungen sind dabei auch die Zusammenarbeit mit Menschenrechtsorganisationen und die Unterstützung von sozialen Initiativen in Harare wichtige Elemente der Städtepartnerschaft. Dem Nord Süd Forum ist es dabei besonders wichtig, den Partnern genau zuzuhören, ihnen eine Plattform für ihre Anliegen zu bieten und in München authentisch über die Entwicklung in Zimbabwe und ihre Hintergründe zu informieren.

Der Arbeitskreis Harare-München-Partnerschaft (HaMuPa) unterstützt die Städtepartnerschaft auf bürgerschaftlicher Ebene.

1. April 2021 – 25 Jahre Städtepartnerschaft:
Zum Video: Eine Botschaft der HaMuPa-Partner aus Harare


Die drei Säulen der Partnerschaft

Die offizielle Säule – die gewählten Vertretungen (Bürgermeister und Stadträte) und die beiden Stadtverwaltungen: Seit Beginn der Partnerschaft 1996 standen die beiden Stadtverwaltungen im Kontakt, auch gab es immer wieder gegenseitige Besuche von Bürgermeistern und Stadträten beider Städte.

Vorwiegend wurde Technik, Wissen und Kultur vermittelt. Es gab z. B. einen Austausch von Fachkräften bei der Handwerksausbildung und es wurden Müllfahrzeuge, Nähmaschinen sowie medizinische Ausrüstung nach Harare gespendet. Seit einigen Jahren beraten Münchner Fachleute die Stadtverwaltung Harare bei der Erarbeitung einer IT-Strategie, bei der Anwendung von Geoinformationssystemen, bei Fragen im Bereich der Abfallwirtschaft oder zur nachhaltige Mobilität.

Mehr Informationen: https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtpolitik/Partnerstaedte/Harare.html

 

Die karitative Säule: Auch in einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“ können und sollen die Augen vor der Not und den sozialen Problemen, die es in Harare gibt, nicht verschlossen werden. Der Verein „München für Harare e.V.“ hilft durch Spendensammlungen sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in Harare. Unterstützt werden rund ein halbes Dutzend örtliche Organisationen und Initiativen, die selbstverwaltet den Fokus auf der Aus- und Fortbildung von jungen Menschen haben, dringend benötigte Nahrungsmittel verteilen oder medizinische Hilfsangebote bereitstellen. Alle Projekte berichten regelmäßig über ihre Arbeit und werden auch örtlich, z.B. von MISEREOR e.V. betreut. Da der Verein bewusst keine breite Mitgliederbasis anstrebt, kooperiert er in seinen Aktionen eng mit dem Arbeitskreis HaMuPa.

Mehr Informationen: www.muenchen-fuer-harare.de

-

Die bürgerschaftliche Säule: Sie besteht unter anderem im Nord Süd Forum München aus dem Arbeitskreis Harare-München-Parterschaft (HaMuPa) – einem Zusammenschluss von Bürgern, die an der Partnerschaft interessiert sind und diese lebendig halten möchten. Der Fokus liegt vor allem auf dem Austausch zwischen den Bürgerinnen und Bürgern beider Städte im Sinne von gleichberechtigtem, partnerschaftlichem Lernen und Sich-Begegnen.


Was macht der Arbeitskreis HaMuPa?

Der Arbeitskreis HaMuPa
• bietet Informationen über die aktuelle politische und soziale Lage in Harare und Simbabwe sowie einen lebendigen entwicklungspolitischen Diskurs
• pflegt Kontakte zu Vereinen und Organisationen in Harare
• unterstützt den demokratischen Widerstand der Bürgergruppen sowie die Menschenrechtsarbeit in Harare
• ist eng mit dem Verein München für Harare e.V. vernetzt
• erstellt und versendet jeden Monat die ZimNews mit aktuellen Nachrichten und Entwicklungen in Harare und Simbabwe.
• versteht sich als Forum für alle an der Städtepartnerschaft Interessierten und trifft sich am letzten Donnerstag im Monat.
• Termine finden sich auf der Seite des Nord Süd Forums.

Kontakt

HaMuPa

c/o Nord Süd Forum München e.V.

Schwanthaler Str. 80, RG     

80336 München        

Tel: 089/85 63 75 23  

hamupa@nordsuedforum.de

Unsere Partner in Harare

• Interessierte Bürger*innen und Organisationen in Harare haben sich zur Harare Munich Reference Group – HMRG - zusammengeschlossen, um die Städtepartnerschaft auf der bürgerschaftlichen Ebene zu begleiten. HMRG ist behilflich, wenn spezifische Kontakte in der Partnerstadt gesucht werden, organisiert Jubiläumsfeiern oder Treffen mit Besuchergruppen aus München und vermittelt im Einzelfall auch private Unterkünfte als „Family Stay“. HaMuPa und HMRG tauschen sich regelmäßig über die Situation in den Partnerstädten aus und entwickeln gemeinsam Ideen zur Vertiefung der Partnerschaftsbeziehungen. 

• Seit vielen Jahren besteht ein Kontakt zwischen HaMuPa und der CHRA – Combined Harare Residents Association und ein Austausch zu Themen der Bürgerbeteiligung und Demokratieförderung. Die CHRA ist ein Dachverband von Stadtteil- und Bürgerinitiativen, der sich als Vertretung der Bürgerinnen und Bürger von Harare und als Watchdog für kommunalpolitische Entscheidungen sieht.

Weitere Informationen: http://chr.org.zw/

Die Menschenrechtsarbeit von HaMuPa

Nach einer 10jährigen Phase intensiver Menschenrechtsarbeit (2004–2013), in der HaMuPa in enger Zusammenarbeit bzw. in „Personalunion“ dreier Mitglieder mit dem kirchlichen Menschenrechtsprojekt ESS/Ecumenical Support Services aktiv war, steht HaMuPa derzeit in Kontakt mit der Münchner Amnesty-Gruppe und unterstützt deren Aktionen für inhaftierte und politisch verfolgte Menschenrechtsaktivisten in Zimbabwe. Solidarität mit Opfern politischer Gewalt und die Unterstützung demokratischer Basisgruppen bleibt ein Ziel für HaMuPa.

Aids-Projekte von HaMuPa

Ein Beispiel: der Mashambanzou Care Trust

Mashambanzou Care Trust MCT ist ein AIDS-Hilfsprojekt in Harare und wurde 1989 von irischen Ordensschwestern gegründet, um extrem armen HIV/AIDS-Kranken medizinisch, materiell und psychologisch zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern und den unheilbar Kranken zuletzt im Hospiz ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Von Anfang an war dies verbunden mit Prävention und Aufklärung, um die Kranken vor Stigmatisierung und Diskriminierung zu schützen, und Hilfe und Trost für die Angehörigen zu bieten.

Mehrere, eng miteinander verknüpfte Programme setzen diese Vision um – von der häuslichen Pflege von AIDS-Kranken über die Unterstützung von AIDS-Waisen bis zu Aufklärungsworkshops für Jugendliche und der Trauerberatung für betroffene Familien.

Zudem entstand ein Programm der Familien-zentrierten Unterstützung, das neben intensiver Präventionsarbeit auch Selbsthilfeprojekte zur Armutsbekämpfung, die Förderung der Ausbildung besonders von Waisen, Frauen und Mädchen und besonderen Risikogruppen wie Teenager-Müttern und child-headed households.

Daneben gibt es Safe Houses für besonders gefährdete Kinder und Jugendliche sowie eine Kindertagesstätte und vieles mehr.

Der Mashambanzou Care Trust wird im Rahmen der Städtepartnerschaft seit Jahren von München unterstützt, sowohl durch Geldspenden als auch durch ehrenamtliche Mitarbeit von HaMuPa-Mitgliedern.

Mehr Informationen: mashambanzoucaretrust.com

http://www.muenchen-fuer-harare.de/


Weitere Informationen

Die Chronik der Städtepartnerschaft gibt es hier als PDF

und

http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtpolitik/Partnerstaedte/Harare/Chronik.html