Gerechtigkeit in Zeiten der gesellschaftlichen Spannung?

Die Zeiten sind aufgeheizt. Während die Migrationsdebatte hierzulande immer restriktiver geführt wird, verliert ein Großteil der Weltbevölkerung schleichend seine Existenzgrundlage. Grund dafür: der Klimawandel. 

Dieser bringt bittere Realitäten mit sich. Schon jetzt sind die Lebensumstände auf Grund der Klimakrise in vielen Regionen der Erde bedroht. Hitzewellen und Dürren markieren nur den Anfang. In der Zukunft könnte mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung von lebensbedrohlicher Hitze betroffen sein. Das Jahr 2024 wird voraussichtlich eine Gewissheit mit sich bringen: Die globale Durchschnittstemperatur wird zum ersten Mal die 1,5 Grad Marke übersteigen. 

Diese Realitäten und die damit verbundenen Problematiken werden die Zukunft prägen. Daher braucht es eine aktive und intensive Auseinandersetzung mit diesen Thematiken. Im Rahmen unserer Möglichkeiten möchten wir das Augenmerk auf den zivilgesellschaftlichen Diskurs lenken. Dabei gilt es, verschiedenste Perspektiven zu erörtern, aus denen Lehren gezogen und ein humanistisches Miteinander aufgebaut werden können. 

In der Klimakrise wird Arbeitsmigration ein zusehend politisches Thema. Menschen migrieren angesichts harscherer klimatischer Bedingungen auf der Suche nach besseren Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten. Gleichzeitig werden Menschen aus betroffenen Regionen gezielt angeworben, um dem Fachkräftemangel in Deutschland, z.B. in klimarelevanten Berufen, entgegenzuwirken. 

Dieses Thema wollen wir differenziert und nuanciert behandeln. Dabei geht es darum, Erfahrungen, Ansprüche und Interessen im Bereich der Arbeitsmigration auszutauschen. Es braucht verschiedene Blickwinkel, die auf Augenhöhe zum Ausdruck kommen. Gleichsam eine schwierige Herausforderung, denn der Diskurs ist asymmetrisch verteilt und die betroffenen Menschen sind mitunter existentiellen Abhängigkeiten ausgesetzt. Hierbei stellt sich die Frage, ob der Diskurs überhaupt gerecht gestaltet werden kann? 

Auf lokaler Ebene bleibt es relevant, wie am Beispiel München faire Bedingungen für migrantische Fachkräfte gestalten werden können. Wie lassen sich Bedürfnisse artikulieren und auf gesellschaftlicher Ebene umsetzen? Und wie steht es um diese Bedürfnisse, in Zeiten der politischen und gesellschaftlichen Spannung? 

Für einen fairen Diskurs, der sich nicht den populistischen Argumenten hingibt, sondern einen Umgang mit bestehenden Realitäten schafft. 

Denn: Erst Akzeptanz und folgend der Umgang mit gesellschaftlichem Wandel schafft Realitäten. 

Ein Ansatz dafür soll unsere Fachveranstaltung „Arbeitsmigration im Kontext der Klimakrise – wie geht das gerecht?“ bieten. Gemeinsam mit Expert:innen möchten wir Empfehlungen herausarbeiten und uns für einen menschlichen Umgang untereinander aussprechen.

Weitere Infos gibt es hier.

Nord Süd Forum München e.V. – für eine solidarische Welt